Lokalteil Passau-Stadt vom 04.11.2002


Der brave Sergeant, der in Passau Frau und Heimat fand

Erinnerungsfeier an Arthur Brasgalla

Die Stadtgeschichte von Passau ist reich gefllt mit den Werken, Handlungen und Gedanken bedeutender Persnlichkeiten. Wenn darin ein eher kleiner, etwas rundlicher US-Sergeant mit Namen Arthur Brasgalla eine erinnerungswrdige Rolle spielt, muss an diesem Besatzungssoldaten schon etwas Besonderes gewesen sein.
Dass es so war und ist, wurde jetzt bei einer Erinnerungsfeier deutlich, zu der Stadtrat Alois Feuerer (FW) und Stadtarchivar Richard Schaffner eingeladen hatten. Unter den zahlreichen Gsten war vor allem Luise Brasgalla, die Witwe des "braven Sergeanten von Passau", sowie Vertreter der Feuerwehren, der Kirche, Brgermeister Dr. Anton Jungwirth und MdL Gudrun Peters.


Bleibender Eindruck

Robert W. Boehme, Generalkonsul der Vereinigten Staaten, konnte aus terminlichen Grnden nicht kommen, sein "Schluss-Toast" diente als Einleitung der Erinnerungsveranstaltung. Darin hie es: "Zum Gedenken an Mr. Arthur Brasgalla, dessen Freundschaft und gute Taten einen bleibenden Eindruck in Passau hinterlassen haben. Und auf die Brgerinnen und Brger von Passau selbst, auf ihre Freundschaft und ihren guten Willen, im Angedenken an Mr. Brasgalla zu feiern und auf ihre fortdauernde Untersttzung fr eine starke und freundschaftliche Bindung zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika."
In drei Vortrgen wurde deutlich, dass Brasgalla, der nach seinem aktiven Militrdienst in Passau wohnte und im Februar 1989 auch hier starb, kein gewhnlicher Besatzungssoldat war. Brasgalla war eher ein "guter Geist in und um Passau herum", ein mit ungeheurer Vitalitt und Arbeitswillen ausgestatteter Mann, ein Macher, der Probleme sah und sie auch gleich anging. Es kmmerte sich um alles und jedes, hatte als Sergeant und Boss einer Versorgungstruppe nicht nur "ein echtes Pfund in der Hinterhand", sondern er besa auch die in dieser Position unbedingt erforderliche Schlitzohrigkeit, um an Sachen und Gter zu gelangen, die es auf dem normalen Dienstweg sicher nicht gab.

Organisationstalent

So war es nach Aufzhlungen in der Erinnerungsfeier jedem Zuhrer deutlich, wie sehr sich in der schwierigen Nachkriegszeit alles auf das Erscheinen des Sergeant Brasgalla gefreut hat. Dabei war es unerheblich, ob sich die von ihm angeschleppten Footblle wegen der Eierform zum Fuballspiel eigneten oder nicht - die Blle waren jedenfalls da. Wichtiger war da schon sein Organisationstalent beim Hochwasser 1954, als er - woher auch immer - ganze Lastwagenkolonnen und Schwimmpanzer zur Hilfeleistung anrollen lie.

Liebe zu Passau

Stadtrat Alois Feuerer betonte, dass der Dank an Arthur Brasgalla nicht an einzelne Aktionen festgemacht werden kann. "Unsere Veranstaltung gilt einer konkreten Person, dem US-Brger bis zuletzt, der in schweren Zeiten wie auch in angenehmeren danach immer zuerst Mensch, dann Soldat und Amerikaner war. Er hat seine Mglichkeiten als Angehriger der US-Army genutzt, um den besiegten Deutschen in elenden Notzeiten zu helfen, wo es ging. Er hat vieles an deutschen und bayerischen Menschen geschtzt und geliebt - so sehr, dass er eine Passauerin geheiratet hat und seinen Lebensabend hier verbrachte."    by

 

 

 

 

 

 


Passauer Neue Presse