
Lokalteil Passau-Stadt vom 07.11.2002Straße im Baugebiet Laimgrub nach
Ex-Bürgermeister Hans Wasner benannt - Zankl lobt dessen weitsichtige Politik
von Susanne Kargus
Grubweg. "Er saß oft bis in die Nacht hinein am Zeichenbrett und
entwickelte hier die Zukunft Grubwegs", erinnerte OB Albert Zankl an das
Engagement von Hans Wasner, der von 1960 bis zur Eingemeindung 1972 Bürgermeister
der damaligen Gemeinde Grubweg war. Um seine Verdienste zu würdigen, wurde im
Baugebiet Laimgrub eine Straße nach dem SPD-Politiker benannt. Gestern enthüllte
Albert Zankl im Beisein vieler Ehrengäste und Angehöriger von Hans Wasner das
Straßenschild.
Der OB würdigte Wasner als "Architekt und Baumeister von Grubweg".
Seiner Umsicht und unermüdlichen Tatkraft verdanke das damalige Grubweg die
herausragende Entwicklung zu einer Mustergemeinde. Ein Ziel der weitsichtigen
Politik Wasners sei es gewesen, den Bürgern den Bau eines Eigenheims in Grubweg
zu ermöglichen. "Die Bevölkerung wuchs mit dem Entstehen der Baugebiete
Schneckenberg, Alte Straße, Zieglreuth, Rosenau und Grubweg-Zentrum um über
3000 Einwohner", so Zankl in seiner Ansprache.
Außerdem seien Kindergarten, Grund- und Hauptschulen, Friedhof und Sportplatz
sowie viele Freizeitanlagen geschaffen, der Neubau von Rathaus und Feuerwehrhaus
vorangetrieben worden. "Alle diese Einrichtungen tragen die Handschrift von
Bürgermeister Wasner." Außerdem habe er sich beispielsweise um den Neubau
der Schulbergstraße und der Wasserversorgungsanlage Zieglreuth, moderne Straßenbeleuchtung,
die Kanalisation Kastenreuth-Rosenau-Bayerwaldstraße und vieles mehr gekümmert.
Der SPD-Mann habe seine Gemeindeverwaltung mit der notwendigen Strenge, aber
auch großer väterlicher Güte geführt.
Der OB: "Er machte die Interessen der Gemeinde und ihrer Bürger zu seinen
ureigensten Interessen, besonders zeichnete ihn seine menschliche Größe und
Umsicht bei der Bewältigung der anstehenden Aufgaben aus." Dieser Meinung
waren auch die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses: Sie sprachen sich im
Juni einstimmig dafür aus, eine Straße nach Hans Wasner zu benennen.
In der Vergangenheit wurde Hans Wasner mehrmals für seine Verdienste
ausgezeichnet: 1971 wurde er zum Ehrenbürger der ehemaligen Gemeinde Grubweg
ernannt, 1978 beschloss der Stadtrat, ihm die Bürgermedaille der Stadt zu
verleihen. Aber: Hans Wasner nahm diese Ehrung nicht an. Er glaubte, in seinem
Amt als Stadtrat nicht das geleistet zu haben, was er im Amt eines Bürgermeisters
hätte leisten können. Der Innenminister sprach Hans Wasner für "sein
langjähriges, verdienstvolles Wirken in der Kommunalen Selbstverwaltung"
1978 seine Anerkennung aus, der damalige Bundespräsident Walter Scheel verlieh
ihm im gleichen Jahr das Bundesverdienstkreuz. Zehn Jahre später bekam Hans
Wasner vom Bayerischen Raiffeisenverband dessen höchste Auszeichnung.
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